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GPT Wert: Laborwert Glutamat-Pyruvat-Transaminase

ALAT-Wert / GPT-Wert
ALAT-Wert / GPT-Wert

Der Laborwert GPT (Abk. für Glutamat-Pyruvat-Transaminase, manchmal auch SGPT für Serum-Glutamat-Pyruvat-Transaminase) gehört zu den Leberwerten. Ein erhöhter GPT-Wert zeigt an, dass mit der Leber bzw. den Leberzellen wahrscheinlich etwas nicht in Ordnung ist. Die Bezeichnung GPT ist zwar veraltet, wird jedoch noch häufig verwendet. Alternativ wird heutzutage in vielen Laborbefunden der Blutwert ALAT (Alanin-Aminotransferase) angegeben. Beides bezeichnet ein Leberenzym, das (fast) nur in den Leberzellen zu finden ist und dort eine wichtige Rolle beim Stoffwechsel spielt.

GPT Normalwerte

Aufbau der Leber
Aufbau der Leber

Der GPT-Wert im Blutserum sollte ...

Normalerweise sollte eigentlich gar kein GPT im Blut vorhanden sein - weil es dort gar nicht benötigt wird. Allerdings befinden sich - quasi ausversehen - immer ein paar Einheiten im Blut. Bis zu den genannten Normalwerten ist das auch kein Problem. (Aus dem Grund gibt es auch kein Krankheitsbild, bei dem der GPT-Wert "zu niedrig" wäre.)

Wenn eine Erkrankung der Leber vorliegt, werden Leberzellen gestört oder gar zerstört. Die Bestandteile der zerstörten Zellen werden dann freigesetzt und gelangen (auch) ins Blut. Da Glutamat-Pyruvat-Transaminase fast ausschließlich in den Leberzellen vorkommt, deuten rhöhte GPT-Werte meist auf eine Lebererkrankung hin (die Konzentration ist hier ca. zehnmal höher als in Muskel- oder Herzmuskelzellen).

Leberzirrhose
Leberzirrhose (rechts) im Vergleich zur gesunden Leber (links)

GPT-Wert erhöht / zu hoch

Normalerweise kommt Glutamat-Pyruvat-Transaminase nicht im Blut, sondern fast nur in den Leberzellen vor. Ein erhöhter GPT-Wert deutet darauf hin, dass Leberzellen geschädigt oder zerstört (sog. Leberzellnekrose) werden und deshalb nicht mehr richtig funktionieren. Die Leber spielt für den Stoffwechsel eine zentrale Rolle - und Schäden an der Leber können vielfältige negative Auswirkungen auf den Organismus haben.

Die möglichen Ursachen, die zu einer (partiellen) Zerstörung von Leberzellen führen, sind vielfältig.

Leichte Erhöhungen (bis ca. 500 U/l) findet man häufig bei ...

Stärkere Erhöhungen (ab etwa 500 U/l) findet man bei ...

Sehr starke Erhöhung (bis über 5000 U/l)

Da die Ursache nicht eindeutig ist - und teilweise sogar mehrere Ursachen gleichzeitig auftreten können, wird die Ärztin oder der Arzt immer auch weitere Blutwerte betrachten (möglicherweise nicht alle, aber mindestens einige davon):

Leberwerte
Abk. Bezeichnung Normwerte Männer Normwerte Frauen Siehe auch
ALAT (=GPT) Alanin-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/l zu hoch
zu niedrig
ASAT (=GOT) Aspartat-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/l zu hoch
zu niedrig
AP Alkalische Phosphatase 40 - 129 U/l 35 - 104 U/l zu hoch
zu niedrig
GLDH Glutamat-dehydrogenase bis 7,0 U/l bis 5,0 U/l zu hoch
zu niedrig
GGT, γ-GT Gamma-Glutamyl-Transferase bis 60 U/l bis 42 U/l zu hoch
zu niedrig
tBil Gesamt-Bilirubin bis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
bis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
dBil Direktes (konjugiertes) Bilirubin bis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
bis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
iBil Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin bis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
bis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
ChE Cholinesterase 5,3 - 12,9 kU/l 4,3 - 11,3 kU/l zu hoch
zu niedrig
QUICK Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120% zu hoch
zu niedrig
Leberwerte
Abk. Beschreibung Normwerte
Männer
Normwerte
Frauen
ALAT (=GPT) Alanin-Aminotransferase < 50 U/l < 35 U/l
ASAT (=GOT) Aspartat-Aminotransferase < 50 U/l < 35 U/l
AP Alkalische Phosphatase 40 - 129 U/l 35 - 104 U/l
GLDH Glutamat-dehydrogenase < 7,0 U/l < 5,0 U/l
GGT, γ-GT Gamma-Glutamyl-Transferase < 60 U/l < 42 U/l
tBil Gesamt-Bilirubin < 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
< 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
dBil Direktes (konjugiertes) Bilirubin < 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
< 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
iBil Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin < 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
< 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
ChE Cholinesterase 5,3 - 12,9 kU/l 4,3 - 11,3 kU/l
QUICK Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120%

Abkürzungen: U/l = Unit pro Liter; kU = KiloUnit = 1000 Units; µmol = Mikromol; dl = Deziliter; mg = Milligramm - Mehr zu den Einheiten

Erhöhte Leberwerte (Tabelle)
Tabelle: Erhöhte Leberwerte bei welcher Erkrankung / welchem Leberschaden?

GPT senken, Leberwerte verbessern

Das Gute ist: die Leber kann sich in aller Regel gut regenerieren. Schon die alten Griechen wussten um diese Fähigkeit: der Sage nach erlitt der angekettete Prometheus Höllenqualen, weil ein Adler täglich die Leber herausriss - die dann jedes mal wieder nachwuchs. Welche konkreten Maßnahmen (und Medikamente) bei einem erhöhten GPT-Wert sinnvoll sind, wird Ihnen die Ärztin oder der Arzt sagen. Allerdings sollten Sie sich darauf einstellen, Ihre Lebensgewohnheit zu verändern.

Grundsätzlich gilt bei allen Lebererkrankungen:

Das betrifft Getränke ebenso wie Schnappspralinen oder Ähnliches. Alkohol wirkt wie auch andere Drogen und manche Medikamente wie Gift. Die Leber als zentrales Organ der Entgiftung wird dadurch stark beansprucht. Bei einer geschädigten Leber führen diese Substanzen zu einer fortlaufenden Zerstörung von Leberzellen. Also: kein Alkohol!

Ein großer Teil der Lebererkrankungen beruht auf einem Missverhältnis zwischen der Energiezufuhr durch Lebensmittel und dem Energieumsatz durch Bewegung. Überschüssige Energie wird als Körperfett gespeichert, u. a. auch an der Leber. Die so verfettete Leber (sog. Fettleber) geht häufig mit Übergewicht einher.

Es ist daher zunächst ganz prinzipiell darauf zu achten, dass sich die Energiezufuhr durch das Essen und der Energie-Verbrauch durch Bewegung die Waage hält. Vereinfacht gesagt: Man sollte nur so wenig essen, wie man tatsächlich verbraucht.

In vielen Fälle bedeutet das:

Zucker ist sehr energiereich. Überschüsse werden vom Organismus in Glykogen umgewandelt und in der Leber eingelagert. Wenn man eine zeitlang die Zuckerzufuhr reduziert, werden die Glycogen-Reserven angezapft und langsam verbraucht.

Auch auf Aufnahme von Fetten (Triglyceride) sollte man weitgehend verzichten. Allerdings gibt es hier Unterschiede zwischen gesättigten Fettsäuren (schlecht) und ungesättigten Fettsäuren (im Prinzip gut).

Ressourcen / Weiterlesen

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